Sprache - Ausdrucksfähigkeit in der Kindheit.
Eine literarische Reise
Kinder wollen nicht sprachgefördert werden. Sie wollen mit Freunden spielen, Dinge sammeln, ein Haustier haben und - wenn es um Literatur geht - spannende oder witzig-komische, vielleicht auch nachdenkliche Geschichten hören.
Und sie wollen - und müssen - sich ausdrücken können, um gemeinsam zu spielen, Verabredungen zu treffen, in der Gruppe Regeln abzusprechen, Wünsche zu äußern, nein zu sagen, Kritik zu üben.
Der Vortrag zeigt an literarischen Beispielen und an Geschichten und Erzählungen von Kindern, worum es als Ziel in der Sprach- und Erzählförderung zuallererst geht: um die Freude beim Hören von Geschichten und um die eigene Ausdrucksfähigkeit.
Aspekte des Vortrags sind:
  • Warum Geschichten zuhören?
  • Wozu selbst Geschichten erzählen?
  • Erzählen im Alltag von Kindern
  • Wie Ausdrucksfähigkeit von früh an gefördert wird (Bild: Corinna Quebe, Bremen)
Sprachförderung mit Bilderbüchern / Wimmelbüchern

Bilderbücher gehören zu den frühen sprachlich-literarischen Erfahrungen von Kindern und das Vorlesen von Bilderbüchern im gemeinsamen Gespräch (dialogisches Vorlesen) hat wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit von Kindern.
Die besondere Bedeutung des Bilderbuchs hat mit zwei Aspekten dieses Mediums zu tun:
Mit seiner Bildhaftigkeit und seinen einfachen, überschaubaren Erzählmustern. Bilder unterstützen mit ihrer Anschaulichkeit die Aneignung und Ausweitung des Wortschatzes. Und das episodische Erzählen, eine typische Erzählstruktur des Bilderbuchs, provoziert die Antizipation des weiteren Handlungsablaufs und fördert so die Verinnerlichung von Erzählmustern (scripts) als Grundlage für Erzählfähigkeit.

Der Vortrag stellt an Beispielen vor, wie Bilderbücher, dialogisch vorgelesen, zur Förderung der drei für das Erzählen wesentlichen Fähigkeiten beitragen:
- Wörter zur Verfügung haben (Wortschatz)
- Sätze bauen können (Verfügung über grammatische Muster)

- aus Sätzen zusammenhängende Texte bauen können (über Erzählmuster verfügen).

Prinzipien der Sprachförderung

Der Vortrag stellt als Rahmen und Grundlage für die praktische Arbeit in der Kita Prinzipien der Erzählförderung vor. Diese Prinzipien sind Ergebnis der mehrjährigen Arbeit mit überwiegend sprachlich benachteiligten Kindern in Kitas aus Bremer Brennpunktstadtteilen.

Aspekte des Vortrags sind:

· Ritualisiertes Arbeiten und Erzählen im Stuhlkreis

· Dialogisches Vorlesen und Mit-Erzählen

· Handelndes Mitlesen

· Erzählen mit künstlerischen Mitteln

· Mit- und nacherzählen mit Formeln, Versen und Liedstrophen

· Entschleunigung! Bilder betrachten lernen

Alltagsintegrierte Sprach- und Erzählförderung

Die sprachliche Begleitung von Kindern im Kitaalltag, beim Spiel, beim Anziehen, beim Decken des Frühstückstisches, usw., das ist die eine Seite der Sprachförderung.

Die andere Seite:

Kinder mit geringen sprachlichen Vorerfahrungen brauchen in den Kita-Alltag integrierte und dennoch inszenierte Lernsituationen, die geprägt sind von sprachlichen Schwerpunkten, von handelndem Lernen, Ritualen und Wiederholungen.

Zu diesem zweiten Schwerpunkt stellt der Vortrag exemplarische Beispiele vor.

Mit Bilderbüchern im Kindergarten sprachliche und mathematische

Kompetenzen fördern

Brettspiel: Max Mümmelmann
Fernseher, Spielkonsole und Spracharmut

In einem Experiment, bei dem neue Wörter in Fernsehsendungen eingefügt wurden, lernten nur die Fünfjährigen von 20 Wörtern drei bis fünf Wörter, die Dreijährigen keine. Bei Gefühlswörtern wie traurig versagte das Fernsehen als Lehrmeister ganz. Im Forschungsüberblick zeigt sich, dass nur didaktische Kindersendungen den Wortschatz erweitern und das Lernen womöglich erleichtern können, wenn Kinder gerade neue Wörter dort zu lernen beginnen, deren Bedeutung und Gebrauch sie dann in anderen Zusammenhängen tatsächlich erwerben. Grammatik lernen sie so gut wie gar nicht aus dem Fernsehen.

Marie Luise Rau, Literacy. Vom ersten Bilderbuch zum Erzählen, Lesen und Schreiben, Bern, 2. Aufl. 2009

Immer mehr Kindern fällt es – noch zu Beginn der Grundschulzeit - schwer, zusammenhängend und verständlich zu erzählen. Sie haben einen dramatisch geringen Wortschatz und ihre erzählerischen Mittel reichen nicht aus, Inhalte, Erlebnisse, Emotionen differenziert mitzuteilen. Hintergrund dieser Entwicklung ist eine sprachlich wenig anregende Umgebung, in der diese Kinder aufwachsen. Dazu gehört meist auch ein nicht altersgemäßer und übermäßiger Medienkonsum.

Um die sprachliche Verarmung bildungsferner Kinder vor Fernseher und Spielkonsole geht es in diesem Vortrag und auch darum, was dagegen zu tun wäre.

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