Bilderbücher

Jochen Herings Bestenliste 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,

Für die folgende Empfehlungsliste haben Bilderbuchrezensenten der Phantastischen Bibliothek Wetzlar und des Bremer Bilderbuchinstitutes (BIBF) etwa 200 Bilderbücher gesichtet. Daraus habe ich wiederum meine persönliche Bestenliste zusammengestellt.

Sie enthält das, mich in 2015 beeindruckt hat. Jedes dieser Bilderbücher hat es verdient, nicht so rasch der Schnelllebigkeit des Bilderbuchmarktes zum Opfer zu fallen. Noch fehlende Besprechungen werden nach und nach ergänzt.

Jochen Hering

Badel, Ronan,

Der faule Freund, Wuppertal 2015 (Peter Hammer)
So faul ist das Faultier, dass es nicht mal beim Kartenspielen mitmacht. Schlange, Papagei und Frosch zocken, das Faultier baumelt schlafend am Ast. Wir befinden uns im tropischen Regenwald, ganz oben im Geäst. So überaus faul ist das Faultier, dass es sich nicht mal rührt, als der Baum umgesägt wird. Schlange, Papagei und Frosch können gerade noch den benachbarten Baum entern, das Faultier aber kracht zu Boden und landet mitsamt dem tropischen Holz auf dem Transporter eines Waldarbeiters. Und schläft. Und bekommt in seinem Tiefschlaf von alledem nichts mit. Die Freunde sind schockiert. Aber die Schlange geht mutig und listig mit auf die gefährliche Reise auf dem Holzlaster, um ihren Freund zu retten und nach Hause zurückzubringen.

Von all dem erzählt der bretonische Illustrator Ronan Badel in seinem Bilderbuch ohne ein einziges Wort!

Bansch, Helga,

Die Rabenrosa Wien 2015 (Jungbrunnen)

Die Rabeneltern haben viel zu tun in dem kleinen Nest hoch oben in den Baumwipfeln, denn die Rabenkinder sind geschlüpft. Eines sticht aus dem einheitlichen Bild heraus: „Unsere kleine Rosa“, sagt Mama liebevoll.
Rosa ist anders, ein Menschenkind eben. Aber die Rabeneltern nehmen das Mädchen selbstverständlich in ihre Familie auf und ziehen es wie ihre anderen Kinder groß. So wird aus Rosa die Rabenrosa. Kritisch wird es, als andere Tiere Rosa mitleidig und abschätzig betrachten. „Das arme Würstchen! Es sollte seine Flügel trainieren.“ Und es stimmt. Wenn Rosa flattert, passiert gar nichts, ihre Stimme klingt nicht krächzend rau und wild und sie ist nackt, kein Flaum, keine Federn.

Doch dann stellt Rosa fest, dass auch sie über nützliche Fähigkeiten verfügt. Und sie kann ihre Krise aus eigener Kraft überwinden.

Die Rabenrosa ist eine kluge und wundervoll illustrierte Geschichte über Vielfalt, Herkunft und Resilienz.

Becker, Aaron,

Die Reise, Hildesheim 2015 (Gerstenberg)
Was tut ein kleines Mädchen, wenn ihm langweilig ist und die Eltern keine Zeit haben? Die Heldin dieser Geschichte jedenfalls nimmt einfach einen roten Stift, malt damit eine Tür auf die Wand ihres Zimmers – und schon ist sie in einer farbenprächtigen geheimnisvollen Welt, die voller Abenteuer, allerdings auch voller Gefahren steckt.

Mutig stellt das Mädchen sich allen Gefahren und dank ihres roten Stiftes malt sie sich das, was sie gerade zur Weiterreise oder Rettung braucht. Mal ist das ein Fesselballon, mal ein fliegender Teppich. Zum Schluss landet unsere Heldin mit ihrem roten Phantasiestift wieder in der Realität und trifft auf einen Jungen mit einem lila Stift. Zusammen begeben sie sich auf eine neue Reise, von der im letzten Bild nur der Aufbruch zu sehen ist.

Die ersten Bilder zeigen die Heldin der Geschichte gelangweilt in einer Umgebung, die ihm wenig bietet. Also greift das Mädchen zum Spiel, verteidigt sich und seine Wünsche gegen die einschränkende Wirklichkeit mit der Macht seiner Phantasie. Eine eigene Welt wird geschaffen, in der es aufregend zugeht und die Reise trotz aller Gefahren dennoch glücklich ausgeht.

Aaron Beckers Bildergeschichte kommt völlig ohne Worte aus. Die kolorierten Federzeichnungen haben einen stimmungsvollen zarten Ton und zeigen eine detailreiche phantastische Welt, in der sich das Auge rasch verliert. So viel gibt es zu entdecken! Die Bilder brauchen keine weitere Erklärung. Wie von allein erzählen sie die klassische Geschichte von Aufbruch ins Abenteuer, Gefahr und Errettung. Und der rote Stift, der die Macht der Phantasie verkörpert, lädt dazu ein, selbst zum Stift bzw. zur Phantasie zu greifen. Es ist mehr möglich, als die Welt uns gemeinhin bietet!

Die Reise stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Blake, Quentin,

Freddy und die fantastischen Fünf, München 2015 (Antje Kunstmann)
Anni, Oli, Simone, Mario und Paul, sie alle sind fantastisch. Wie im Märchen verfügen sie über besondere Fähigkeiten, Anni über kilometerweite Fernsicht, Ollis Ohren reichen ebenfalls kilometerweit, Simone und Mario haben unglaubliche Körperstärke und Paul, über Paul erfahren wir zunächst nichts. Paul spricht auch wenig.

Dann machen die Fünf einen Ausflug, am Steuer sitzt der große Freddy. Und dann passiert es. Am Ende eines wundervollen Picknicks wird der große Freddy erst grün im Gesicht, dann fällt er in Ohnmacht. Bei der anschließenden Rettungsaktion – Mario, der Rollstuhlfahrer mit den starken Armen, trägt Freddy - können alle ihre besonderen Stärken einbringen. Und Paul? Als ihnen ein großer Fluss den Weg versperrt und die andern nicht mehr weiter wissen, schreit Paul aus Leibeskräften um Hilfe. Das bringt die Rettung.

Bei den Fantastischen Fünf wird niemand ausgegrenzt, Manchmal ist es eben auch fantastisch, im richtigen Moment Hilfe zu rufen. Und dass der bärenstarke Mario im Rollstuhl fährt, ist so und ist in der Geschichte so selbstverständlich, dass es einem beinahe kaum auffällt.

Die eigentlich ganz schlichte, in Wirklichkeit aber hintergründige Geschichte zeigt, wie fraglos das Miteinander von Menschen und Kindern mit und ohne Handicaps, sein kann.

Freddy und die fantastischen Fünf stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Blake, Stepahie,

Babyfratz, Frankfurt 2015 (Moritz).

Auch Stephanie Blakes neueste Geschichte mit Simon, dem kleinen Hasen mit der Zahnlücke, ist ganz aus der Kleinkindperspektive geschrieben.

Simon hat ein Brüderchen bekommen. Und dieser „Gast“, der nicht mehr gehen will, und so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, behagt Simon gar nicht.

Kann der nicht einfach wieder abhauen, zurück ins Krankenhaus, wo er hergekommen ist?

Dann bekommt Simon eines nachts Angst ganz allein im Bet
t. Im Flur sind so komische Geräusche zu hören. Und sie kommen aus dem Babyzimmer. Hier wendet sich die Geschichte.

Komm, mein kleiner Babyfratz, sagt Simon zu seinem kleinen Bruder, während er ihn in sein Bettchen trägt. Hier kannst du nicht bleiben, im Haus sind lauter große, böse Wölfe. Komm, ich wird dich beschützen, mein kleiner, kleiner, kleiner Babyfratz.

Der kleine Bruder hat Simons Beschützerinstinkt geweckt. Seine Angst ist verflogen. Es hat also doch etwas, ein großer Bruder zu sein.

Der Band spiegelt die Gefühlswelt älterer Geschwister und bietet eine wunderbar kindgemäße Lösung eines unumgänglichen Konfliktes.

Boutavant, Marc,

Pelzkugel und Ente, Berlin 2015 (Reprodukt)

Ein Eisbär am Südpol, das muss ja für Verwirrung sorgen! Der Königspinguin mit der roten Mütze bereitet gerade Wurfgeschosse für die morgendliche Schneeballschlacht vor, als er auf die riesige verirrte “Pelzkugel” vom Nordpol stößt. Dem Eisbär wiederum kommt die komische “Ente” gerade recht zum Frühstück.
Eine liebevoll witzig gezeichnete Jagd übers Eis beginnt, an deren Ende unser Pinguin der Pelzkugel zum Opfer zu fallen scheint. Aber trickreich gelingt es ihm, den Eisbären zu überlisten und ihn schlussendlich – schlafend auf einer Eisscholle – zurück in seine Heimat, den Nordpol zu schicken.

Die Geschichte, actionreich im Comic-Stil gezeichnet, ist für alle LeserInnen geschrieben und gezeichnet, die Freude an der Auseinandersetzung zwischen klein und groß, gewitzt und plump, scheinbar schwach und nur scheinbar stark haben.

Corderoy, Tracy; Warnes, Tim,

Robert fragt Warum?

Freiburg 2015 (Herder)
Robert ist ein neugieriges kleines Nashorn, das seinen Eltern Löcher in den Bauch fragt. „Warum mögen Ameisen Marmelade?“ „Warum krümelt Toast?“ Warum? Warum? Warum?

Da Robert die Warum-Fragen nicht ausgehen, kommen seine Eltern auf die Idee, mit ihm ein Museum zu besuchen.

Im Museum ist viel zu sehen, und die Warum-Frage über das Aussterben der Dinosaurier ist noch leicht zu beantworten. Aber warum der fremde Mann im Museum so große Ohren und die fremde Frau eine so große Nase hat und warum plötzlich alle Leute zu ihnen herschauen, möchten Roberts Eltern nicht gern beantworten. Und warum Robert so etwas nicht fragen soll, kann er überhaupt nicht verstehen.

Zum Glück hat der Museumsbesuch Robert müde gemacht, sodass er plötzlich im Sitzen einschläft. Auch zu Hause sagt Robert beim Essen und beim Baden kein einziges Wort mehr.

Ob ihm die Fragen ausgegangen sind?

Ein witziges Buch, in dem sich Kinder im Warum-Alter und die von ihnen manchmal genervten Erwachsenen hervorragend selbst betrachten können.

Damm, Antje

Der Besuch. Frankfurt 2015 (Moritz)
Der triste Alltag der alten Elise ändert sich mit einem Papierflieger, der eines Tages durch ihr Fenster hereinfliegt. Ihm folgt tags darauf der kleine Emil, der sein Spielzeug zurückholen will und mit seiner Ankunft warmes Gelb in das triste Grau ihrer Wohnung bringt. Mit der Selbstverständlichkeit, mit der Emil durch Elises Wohnung marschiert und die alte Dame zum Vorlesen und Spielen auffordert, ändert er etwas in ihrem Leben:

Aus Traurigkeit und Einsamkeit werden Wärme, Licht und Zufriedenheit, eine Wandlung, die Antje Damm mit plastischem Karton- und Scherenschnitt illustriert. Die zunehmende farbliche Ausleuchtung der Szenen markiert die innere Veränderung. Als Betrachter wähnt man sich in einem Theater, einem Kammerspiel. Emils kurzer Besuch wirkt nach, Elise verbleibt (vorerst?) allein in ihrer Wohnung, die nun aber in leuchtenden Farben strahlt.

Kindern ermöglicht dieses Bilderbuch, dessen Plastizität die Leser förmlich in den Ort des Geschehens hineinzieht, eine distanzierte Auseinandersetzung mit dem Alter, einer für Kinder wenig vertrauten Lebensabschnittsphase. Seine volle Energie entfaltet »Der Besuch« jedoch erst in dialogischen Situationen.

Der Besuch stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Dax, Eva; Dully, Sabine,

Du bist so schrecklich schön. Hamburg 2015 (Oetinger)

Gregor, ein kleines Monster, ist unsicher. Zwar ist er schrecklich stark, kann gräßlich laut sein und ist furchtbar schnell. Aber ist er auch schön? Gregor hat arge Selbstzweifel, schließlich ist seine Nase riesig und seine Ohren stehen ab.

Das Buch spielt – zum Vergnügen jüngerer Mit-LeserInnen – mit der Verkehrung der Welt. Denn alle, denen Gregor die ihn bedrängende Frage „Bin ich schön?“ stellt, antworten aus der Perspektive der Monsterwelt. Und da ist Gregor natürlich schön! Schließlich schielt er doch, hat die stinkigsten Käsefüße der Welt, hat schiefe, gelbe, faulige Zähne, einen speckigen, dreckigen Bauch und so weiter und so fort.

Am Schluss der Geschichte schaut Gregor wie zu Beginn in den Spiegel – und jetzt sieht er es auch. Er ist wirklich sehr schön.

Das vergnügliche Verkehrte-Welt-Spiel hat etwas Befreiendes. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Das Buch bietet so schon für die Jüngeren einen witzigen Blick, der vielleicht das kritische Bewusstsein für verordnete Schönheitsideale schärft.

Dubuc, Marianne,

Bus fahren, Weinheim 2015 (Beltz&Gelberg)
Die Kindheit ist von ersten Malen und den damit verbundenen Herausforderungen und Ängsten geprägt: Schaffe ich das? In »Bus fahren« besucht Clara zum ersten Mal allein ihre Oma. Für den Betrachter wird diese Fahrt auch durch die ungewöhnlichen Mitfahrer spannend.

Clara freundet sich mit einem jungen Wolf an und schenkt ihm eines ihrer Plätzchen. Der Bus fährt durch einen Tunnel. Danach sitzen alle woanders, der Hut der Eule ist weg, Papa Wolf hat einen Schnuller im Mund und an Claras Plätzchen knabbert ein kleiner Maulwurf. Clara hat viel zu erzählen, als sie bei ihrer Oma ankommt.

Marianne Dubuc hat die vielen Begebenheiten auf Claras erster Busfahrt in eine spannende und witzige Abfolge kleiner Szenen verwandelt. Die vielen Details geben den einzelnen Seiten beinahe Wimmelbuch-Charakter. Die Bilder sind – trotz der phantastischen Mitreisenden – realistische Zeichnungen des Geschehens. Die Gesichter und Gesten der Protagonisten spiegeln auf einfache Art deren Gefühle.

Das Thema – selbständig werden, allein unterwegs sein – wird vor allem Kinder im Übergang zur Grundschule und darüber hinaus ansprechen. Die einfache Erzählstruktur (episodische Reihung), die an den Alltagswortschatz angelehnte schlichte Sprache und die klaren Zeichnungen machen es aber auch schon für Jüngere geeignet Wer die Bilder anschaut kann - über die vorgegebenensparsamen Sätze hinaus - miterzählen, immer neue Details entdecken und hat zum Schluss zusammen mit Clara seine erste selbständige Busfahrt gemeistert.

Bus fahren stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Neemann, Sylvie; Godon, Ingrid,

Etwas ganz Großes, München 2015

(mixtvision)

Der Kleine ist wütend,. „Wieso bist du wütend?“, fragt der große ein wenig beunruhigt. „Ich bin wütend, weil ich so klein bin. Weil ich gern etwas ganz Großes machen würde“, lautet die Antwort des Kleinen. Vorsichtig versucht der Große herauszufinden, was genau der Kleine damit meint. Es ist nicht so groß wie ein Gebirge, das ist viel zu groß, auch nicht so groß wie ein Elefant, der ist zu grau.

Was könnte er Großes machen? Unzufrieden und unglücklich ist der Kleine, weil ihm nichts einfällt.

Behutsam unterstützt der Große den Kleinen bei seiner philosophischem Gedankenreise und schlägt vor, vielleicht einen Spaziergang am nahe gelegenen Strand zu machen. Dabei ergibt sich beiläufig die Lösung.
Denn als sie schon auf dem Heimweg sind, entdeckt der Kleine einen Fisch, den das Meer in ein Wasserloch gespült hat. Behutsam trägt der Kleine den Fisch zurück ins Meer und rettet ihm so das Leben. Der Große stellt fest: „Weißt du, ich glaube, das, was du da gerade gemacht hast, war etwas ganz Großes.“

Etwas ganz Großes lädt ein zu einem philosophischen Blick auf das, was Größe ausmacht. Und Etwas ganz Großes ist dazu eine wunderbar einfühlsame Geschichte zwischen Vater und Sohn, die von den Träumen der Kleinen erzählt und der notwendigen Zurückhaltung der Großen, damit diese Träume der Kleinen auch ihren Platz finden.

Die Bilder von Ingrid Godon zeigen in wenigen, leicht krakeligen Wachs- oder Bleistiftstrichen in warmen Rot-, Grün- und Blautönen das Wesentliche. Leichte, durchscheinende, flüchtige Linien überwiegen. Die Linien des Körpers des Kleinen scheinen aus dem Körper des Großen heraus-zuwachsen, alles bleibt leicht, im Fluss, wie die Gedanken der beiden.

Etwas ganz Großes stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Norin, Marie Abbage, Emma

Lyra ist ganz heimlich, Hamburg 2015

(rowohlt)

Lyra und Rally sind Spielfreundinnen. Eines Tages vergisst Rally ihren Teddy bei Lyra. Der Teddy ist so niedlich und weich, Lyra behält den Teddy, und das muss natürlich geheim bleiben. Als Rally im Kindergarten nach Nalla fragt schaut Lyra weg. Auch will sie dieses Mal nicht am Nachmittag mit Rally spielen.

Aber ohne Rally sind für Lyra die Tage lang und langweilig und nichts macht mehr richtig Spaß.

Irgendwann ist Rally dann doch bei Lyra und entdeckt ihren Teddy, sie freut sich so, dass sie vor Freude tanzt und sie Disco spielen. Beide haben wieder richtig Spaß miteinander.

Lyra wird in dieser Geschichte nicht zur Bösen abgestempelt, sondern zur sympathischen Figur, die selber merkt, in welche blöde Lage sie sich gebracht hat. Obwohl es eine einfache kurze Geschichte ist, bietet sie viel Gelegenheit für Fragen und anschließende Gespräche. Warum hat Lyra den Teddy nicht zurückgegeben, und warum war Rally nicht böse, sondern bietet Lyra am Ende sogar an, sich den Teddy zu teilen? So kann man mit Kindergartenkindern auf ihrer Ebene das Thema Neid und Großherzigkeit thematisieren, ohne moralisch ermahnend daherzukommen.

Pavon, Mar; Konstantinov, Vitali,

Sechs Langbärte, Hamburg 2015 (Aladin).

Sicherlich sehen die sechs langbärtigen Männer ein wenig unheimlich aus. Aber ist das Grund genug, sich vor ihnen zu fürchten? Ist ihr Aussehen Grund genug anzunehmen, dass sie nichts Gutes im Schilde führen? Dieser Gedanke beschleicht jedenfalls alle, denen sie begegnen.
Überall sind die Menschen ihnen gegenüber verängstigt, erschrocken, argwöhnisch. Auch wenn die Langbärte nichts anderes machen, als einzukaufen.

Die Sechs kaufen sechs Brote, fünf Würste, vier Luftballons, drei Clownsnasen, zwei Kinderbücher und eine Torte mit sechs Kerzen. Und was stellt sich zum Schluss heraus? Die Gedanken und Ängste ihrer Umgebung waren nichts als Vorurteile. Die Langbärte haben für den Geburtstag ihres sechsjährigen Freundes Nino eingekauft.

Sechs Langbärte ist ein Buch, das auf absurd-komische Weise davor warnt, Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen, bzw. das Äußere für das Innere zu nehmen. Sehr zu empfehlen, um bereits Jüngeren diese Gefahr anschaulich vor Augen zu stellen.

Saberi, Babak; Zaeri, Mehrdad,

Ein großer Freund, Basel 2015 (Baobab).

Freunde und Freundinnen zu gewinnen gehört zu den kindlichen Entwicklungsaufgaben. Sobald das Kind sich aus dem Inneren der Familie hinausbegibt, möchte es sich auch im Außen aufgehoben fühlen. Dazu sind Freunde wichtig. Wie wunderbar, wenn es gelungen ist, einen Freund zu finden. Und so beginnt auch unsere Bilderbuchgeschichte Ein großer Freund. Mama, endlich“ ruft das kleine Rabenmädchen glücklich, als es eines Tages nach Hause geflogen kommt. „Mama, endlich habe ich einen Freund gefunden! Sieh, er steht vor unserem Nest.“
Auch wenn Rabe und Elefant sich ausruhen, hinlegen, ein wenig dösen, sind sie, so argumentiert scharfsinnig das Rabenmädchen, etwa gleich groß. Allerdings ist die Mutter so noch nicht zu besänftigen. Sie warnt ihre Tochter, nicht mit dem Großen herumzutollen und nicht mit ihm in den Fluss hineinzulaufen. Ganz schlicht – so kindlich wie erwachsen antwortet die Tochter: „Nein Mama, so was mache ich nicht. Ich bin doch kein Elefant.“

Die Mutter hat immer noch Bedenken und in der letzten Episode dieser Auseinandersetzung kommt sie auf einen Einwand, der dem Leser zunächst einleuchten muss: „Sag mal, kannst du überhaupt Elefantisch? ... Wie sprichst du denn mit ihm?“ Aber auch damit ist das Rabenmädchen nicht zu verunsichern. Mit Zeichen und Blicken verständigen wir uns, antwortet es. Wir werden uns die schönsten Geschichten erzählen.

Dass Freundschaften unter manchmal sehr unterschiedlichen Kindern den Erwachsenen nicht immer genehm sind, ist kindliche Alltagserfahrung. Aber wer Kindern diese Geschichte vorliest und mit ihnen die Bilder betrachtet, der unterstreicht die Bedeutung vorbehaltloser Freundschaft. Mit der Geschichte nimmt er die Kinder Huckepack, indem er ihnen Bilder und Vorbilder für Offenheit, Toleranz und soziale Phantasie bietet.

Ein großer Freund wurde 2016 mit dem Huckepack-Bilderbuchpreis ausgezeuichnet.

Schirneck, Hubert; Hattenhauer, Ina,

Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste. Wirklich verrückte Berufe, Berlin 2015 (Anette Betz).

Ein Wolkenkratzer ist einer, der die Wolken kratzt. Logisch. Falls es so eine Wolke irgendwo juckt, kommt der Wolkenkratzer mit seiner langen Leiter und kratzt die Wolke an der entsprechenden Stelle. Die Wolken haben ja keine Hände ... und Sie können sich nicht selber kratzen.

Klar, dass man schwindelfrei sein muss, um diesen Beruf zu ergreifen. Jeder Beruf hat halt seine Eigenheiten. Der Nachtfalter beispielsweise braucht sehr lange Arme, denn die Nächte sind nicht nur sehr dunkel, sondern auch ungeheuer groß. Keine leichte Arbeit, die zusammenzufalten.

Viele weitere Berufe, um die sich der Leser dieser kleinen Berufsskizzen bislang wohl meist nur wenig Gedanken gemacht hat, führt dieses Bilderbuch auf. Da sind noch der Mitesser, der Regenschauer und die Denkmalspflegerin, aber auch bislang vertraute Berufe wie Seeräuber oder Denkmalpflegerin erscheinen in neuem Licht.
Die Bilder von Ina Hattenhauer vertiefen den Nonsens durch witzige Details. Beim Blick in die Werkstatt des Zitronenfalters finden wir Faltencreme und an der Wand hängt eine Urkunde: Staatlich geprüfter Zitronenfalter – Prädikat: Alter Falter.

Den Geschichten und Bildern merkt man den Spaß am hintersinnigen Unfug an. Und die Sprache so beim Wort zu nehmen macht sofort Lust auf eigene Entdeckungen. Was für ein Beruf wäre etwa ein Handfeger? Wie gestaltet sich die Arbeit eines Tennisschlägers?

Ein Bilderbuch für alle Sprachspielbegeisterten.

Schneider, Stephanie; Henn, Astrid,

Elefanten im Haus. Ravensburger 2015 (Ravensburger).

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen, die von den übrigen Hausbewohnern argwöhnisch beobachtet werden. Bei den Neuen handelt es sich nämlich ausgerechnet um ... Elefanten. Elefanten haben hier noch nie gewohnt und die passen auch nicht zu uns, seufzen und grummeln die Nachbarn, grad so als hätten sie Zahnschmerzen. Nimm dich bloß in Acht, warnen sie Fine. Aber Fine freut sich über die neuen Nachbarn. Die haben nämlich auch Kinder, und damit hat Fine neue Spielgefährten.

Fines kindliche Begeisterung und ihre Offenheit für die Neuen sind ansteckend. Und dank Fine und ihres Vaters werden die so ungewöhnlichen Neuen am Ende auch akzeptiert. Es ist eben einfach gut, ein paar Elefanten im Haus zu haben.

Das Buch erzählt kindgemäß vom Umgang mit dem Fremden und plädiert verständlich für Offenheit und Toleranz.

Elefanten im Haus stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Jeffers, Oliver,

Steckt. Zürich 2015 (NordSüd)

Floyd passiert was schon vielen Kindern vor ihm passiert ist: Beim Drachensteigenlassen bleibt sein Drache im Baum stecken. Was tun? Um ihn wieder herunterzubekommen, wird Floyd der Reihe nach seine Lieblingsschuhe und die Katze in den Baum – alles bleibt nun ebenfalls stecken.
Auch die Leiter wird nicht etwa geholt, um in den Baum hinaufzuklettern, nein, hier bricht Oliver Jeffers die Erwartungshaltung seiner Leser, indem er Floyd die Leiter ebenfalls hinaufwerfen lässt. Ohne den gewünschten Erfolg: Die Leiter steckt nun ebenfalls oben. Immer skurriler werden die Dinge, die Floyd in der Folge in den Baum wirft: Küchenspüle, Haustür, Auto, Schiffe (verschieden groß), Fahrzeuge, Gebäude und Tiere. Etliche Gegen-stände (einschließlich der gesamten Feuerwehr) später fällt der Drache endlich aus dem Baum und Floyd kehrt glücklich zu seinem Spiel zurück. Erst vor dem Einschlafen erinnert er sich wieder daran, vielleicht etwas vergessen zu haben – da oben, im Baum …?

Oliver Jeffers schafft es mit »Steckt« aus einer alltäglichen Situation eine wunderbar skurrile Geschichte zu machen, die immer wieder mit der Erwartung der Leser spielt. Das Bilderbuch bietet sich besonders zum dialogischen Vorlesen an: Vor jedem Umblättern können Vorleser und Zuhörer gemeinsam überlegen, wie es weitergeht und sich vor Lachen ausschütteln, wenn Jeffers andere, bisweilen verrücktere Wege aufzeigt, als wir sie uns vorstellen konnten.

Steckt stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Jeschke, Matthias; Bohn, Maja,

Was meine Eltern von mir lernen können, Rostock 2015 (Hinstorf)

„Meine Eltern haben gerade keine gute Zeit“, klärt uns die Tochter als Ich-Erzählerin der Geschichte schon auf der ersten Seite auf. „Sie machen einander das Leben schwer. Mama sagt: ‚Wir streiten eben gerne.’“ Aber, so die Erzählerin weiter, das stimmt nicht. Papa zieht sich jetzt immer öfter in sein Zimmer zurück oder geht weg. Mama weint, telefoniert viel und weint auch dabei.

Jetzt springt die Geschichte. Die Tochter erzählt von den vielen Streits mit anderen Kindern. Man beschimpft sich, brüllt sich an, aber: „Wenn wir fertig gestritten haben, vertragen wir uns wieder“, erzählt das Mädchen. Unterstützt werden die Kinder dabei von ihrer Lehrerin, die der Meinung ist: „Um sich immer nur zu streiten, dafür ist das Leben viel zu schade!“

Dann springt die Geschichte wieder zurück zu den Eltern und ihren ewigen Streitereien. Eines Abends erträgt es die Erzählerin nicht mehr. Sie zieht aus, kündigt sie ihren Eltern an.

Das Signal kommt an. Die Eltern müssen feststellen, dass sie – nur noch beschäftigt mit sich selbst -ihre Tochter aus dem Blick verloren hatten. Die Geschichte endet mit einer Versöhnung. Das letzte Bild zeigt die Familie vereint zu dritt.

Ein Buch über ein für viele Kinder wohl leider alltägliches Geschehen. Spannend ist der Wechsel zwischen Erwachsenen- und Kinderwelt. Auch unter Kindern kommt es häufig zu Streitereien. Aber anders als die Erwachsenen – zumindest die in dieser Geschichte – können sie sich schnell wieder versöhnen. Sie sind nicht nachtragend, verstricken sich nicht in immer neue Vorwürfe und Rechthabereien. Und das ist es, was die Eltern der Erzählerin von ihrer Tochter lernen können.

Kennedy, Anne Vittur,

Killewipps geheimes Bauernhof-Handbuch, Bamberg 2015 (Magellan)

„Ich heiße Killewipp. Ich bin ein Hofhund, und zwar ein wirklich guter. Die meisten Hunde sind das nicht. Aber mach dir keine Sorgen. Du wirst ein großartiger Hofhund sein. Ich erklär dir alles ganz genau.“ So wendet sich der Held und Erzähler dieser Bilderbuchgeschichte an den Leser und bringt ihn gleichzeitig in die Rolle eines Hofhundneulings, der dann auf den folgenden Seiten vom Experten Killewipp unterwiesen wird.

Wer sich aber jetzt mögliches Vorwissen ins Gedächtnis ruft und damit rechnet, dass es um Aufgaben und Pflichten geht wie nachts den Bauernhof bewachen oder Tiere wie den Fuchs vom Hühnerstall fern halten, der ist schief gewickelt.

Tatsächlich geht es in den die ganze Zeit nur darum, möglichst viele leckere Kekse zu ergattern. Wie das funktioniert?

Den Bauern aufwecken. „Wenn du den Bauern aufweckst, bekommst du vielleicht einen Keks, damit du ihn in Ruhe lässt.“

Erst im Hühnerstall Unruhe stiften – macht Spaß, dann, so der Pro-Tipp: „Tu so, als hättest du den Fuchs verjagt, und du bekommst drei Kekse.“

Von diesem ironisch-witzigen Bruch leben die einzelnen Episoden dieser Geschichte, die entsprechend ausgekocht endet:

„Der Hahn weckt den Bauern auf.

Schweine werden dicker und dicker.

Hühner legen Eier. ....

Und was ist die Aufgabe des Hofhunds?

Kekse bekommen! ...

Du wirst wahnsinnig gern Hofhund sein.“
Die Geschichte ist ein „Muss“ für alle Kinder, die hier in der Lektüre ihr Einverständnis mit einem nur auf den eigenen Vorteil bedachten sympathischen Schlawiner ausleben können.

Kobald, Irena,

Zuhause kann überall sein, München 2015 (Knesebeck)
»Meine Tante nannte mich Wildfang. Dann kann der Krieg und meine Tante nannte mich nicht mehr Wildfang«. Mit diesen Worten beginnt das Buch »Zuhause kann überall sein«. Viel mehr erfährt man nicht über das frühere Leben des kleinen Mädchens. Wohl aber über ihr Empfinden nach der Flucht vor dem Krieg. Und von der innere Einsamkeit eines Kindes in der Fremde, in der sich die Kultur genauso fremd anfühlt wie das Essen, die Natur, das Klima und die Sprache. »Es war, als wäre ich nicht mehr ich.«

Freya Blackwoods spitze, schwirrende Linien durchschneiden die Luft und symbolisieren einen kalten Wasserfall fremder Wörter, die auf das Mädchen einprasseln. Zuflucht und Sicherheit gibt ihr ihre »alte« Decke aus ihrer eigenen Sprache, ihren eigenen Worten und Erinnerungen.

Erst durch die Freundschaft zu einem anderen Mädchen, das mit ihr spielt, lacht und ihr nach und nach Worte der neuen Sprache beibringt, gelingt es ihr allmählich, eine »neue« Decke zu weben – eine Decke, die später genau so warm und kuschelig ist wie ihre alte. Aus Wörtern, die nicht mehr kalt und hart, sondern warm und weich klingen.

Das metaphorische Bild der schützenden Decke hilft Kindern, die Kraft der Sprache zu erfassen. Zugleich verdeutlicht das Werk die inkludierende bzw. exkludierende Wirkung von Sprache auf aus-drucksstarke Art und Weise.

Zuhause kann überall sein stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Petz, Moritz; Jackowski, Amélie,

Der Dachs hat heute einfach Pech,

Zürich 2015 (NordSüd)

„Heute, dachte der Dachs, „lasse ich es mir einfach einmal richtig gut gehen heißt es auf der ersten Seite der Geschichte, doch dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Gutgelaunt setzt der Dachs sich an den Frühstückstisch, dann fällt die Lieblingstasse zu Boden und zerbricht.

Die Malstifte sind nicht zu finden, bei der Gartenarbeit stolpert er über den Spaten. Unser Dachs hat genug, lässt zu Haus alles stehen und liegen und macht sich auf, seine Freunde zu besuchen.

Jetzt dreht sich die Geschichte. Auch den anderen Tieren geht es an diesem Tag nicht gut. Aber zum Glück kommt der Dachs vorbei und kann helfen, repariert eine Wäscheleine, findet einen verlorenen Ball, entwirrt eine Angelschnur.

Auf dem Heimweg hat er dann aber wieder Pech, rutscht aus, fällt in einen Bach. „Jetzt reicht’s aber wirklich“, ächzte der Dachs. „So ein blöder Tag! Ich gehe nach Hause und ins Bett, da kann ja wohl nichts mehr passieren!“

Aber zu Hause wartet eine Überraschung auf ihn. Alle seine Freunde sind zu Besuch und haben sich bereits tatkräftig (das Eichhörnchen hat due Lieblingstasse geklebt) für seine Hilfe bedankt.

So wiederspricht die Geschichte am Schluss dem eigenen Titel.

„Was für ein...“ seufzte der Dachs, doch dann musste er lachen.

„Was für ein – Dachstag!“, sagte er.

Portis, Antoinette,

Spriedel, Hamburg 2015 (Aladin)

Schon immer hat jedes Tier seine eigene Sprache, das weiß ja jeder: Die Katze macht Miau und der Hund Wuff. (Zumindest benennen wir das im Deutschen so.) Bei den Vögeln ist das genauso, jahrein jahraus, wie wir es auf den flächigen, aufs Notwendigste reduzierten, farbstarken Illustrationen von »Spriedel« ganz deutlich erkennen können: Die Taube macht Gurr und der Spatz Piep. Doch eines Tages hat der Spatz keine Lust mehr. Fröhlich schmettert er »Spriedel friedel«. Krähe, groß und schwarz eine Doppelseite beherrschend, findet das gar nicht komisch und weist den Spatz zurecht. Aber schon wenig später platzt ein übermütiges »Tiffel biffel und‘n bissel miffel!« aus ihm heraus. Der Rote Kardinal trillert »Ickel zickel! Pickel drickel!« und auch die Taube traut sich »Urrpsli schnurrpsli!«

Alle wollen albern und verspielt sein. Aber das ist nichts für schwarze Krähen. Während die anderen Vögel nicht länger »brav« sein wollen, und lustvoll mit Sprache und Tönen experimentieren, zieht sich die Krähe auf einen weit entfernten Baum zurück. Doch die anderen rücken der geflohenen Krähe mit ihren Albernheiten auf die Pelle, bis die sich im Morgenrot so weit annähert, dass sie den anderen ein lautes »Yuppie!« entgegenschmettert.

Was man aus Sprechblasen der Vögel und Haustiere nicht alles herauslesen kann! Eine wahre Herausforderung für Vorleser! Ein wunderbar gelungenes Bilderbuch über die Lust am Regelbruch!

Spriedel macht einfach Lust auf Sprache!

Spriedel stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Sarah, Linda,

Beste Freunde, Hamburg 2015 (Aladin)

Ben und Eddy sind beste Freunde. Als Piraten, Ritter oder Astronauten erleben sie die schönsten Abenteuer, wobei ihnen große Pappkartons jeweils als Schiff, Burg oder Raumschiff dienen. Eines Tages fragt Sam, ob er mitspielen darf. Schon lange hat er die beiden beobachtet und endlich einen Karton gefunden, mit dem er zum phantasievollen Spiel beitragen kann. Eddy integriert ihn selbstverständlich, während sich Ben leise zurückzieht. Die neue Situation zu dritt bereitet ihm Unbehagen.
Obwohl Eddy und Sam ihn immer wieder zum Mitspielen auffordern, bleibt er ihnen fern. Erst als Eddy und Sam das vertraute Spiel mit den Kartons geringfügig abwandeln und aus ihren Kisten ein »Riesenmonsterkistending« machen, gelingt es ihnen, Ben wieder mit einzubeziehen. Aus vormals zwei sind jetzt drei beste Freunde geworden.

Linda Sarah schafft es in »Beste Freunde« mit wunderbarer Leichtigkeit, ein zentrales Thema von Kindern in prägnante Worte zu fassen. Leser jedes Alters erfassen die Botschaft, gleich mit welcher der drei Figuren sie sich identifizieren. Die farbenfrohen Bilder von Benji Davies unterstreichen die Unbeschwertheit der kindlichen Perspektive und der damit verbundenen »einfachen« Lösung.

Freundschaft, Unsicherheit, vielleicht Eifersucht und selbstverursachte Ausgrenzung - all das wird hier von den Kindern vollkommen autark, ohne das Eingreifen von Erwachsenen wieder ins Lot gerückt. So bietet »Beste Freunde« Kindern ganz unaufdringlich ein großartiges Verhaltensmodell zur eigenen Selbständigkeit.

Beste Freunde stand 2016 auf der Auswahlliste der besten Zehn des Huckepack-Bilderbuchpreises.

Wilson, Hendrike,

Ganz schön langweilig, Hildesheim 2015 (Gerstenberg)

Was für ein Tag dachte der kleine Bär. Ihm war langweilig. Unendlich langweilig.

Man kann sich kaum vorstellen, wie langweilig ihm war.

So langweilig, dass er überhaupt nicht wusste, wohin mit sich...

Was ist unendlich langweilig? Wie fühlt sich jemand, der nicht weiß wohin mit sich? In Henrike Wilsons Geschichte übernehmen es die Bilder, eigenständig erzählend, uns eine Vorstellung von diesem Zustand zu vermitteln. die anschauliche Vorstellung des Textes. Wir schauen den kleinen Bären an und fühlen mit ihm seine unendliche Langeweile.
Langeweile zu haben entspricht kindlicher Alltagserfahrung. Langeweile ist nicht gut zu ertragen, damit umzugehen muss – wie vieles andere auch – gelernt werden. Henrike Wilsons Geschchte und ihre Bilder liefern dazu beinahe beiläufig einen wunderbaren Denkanstoß.

Der kleine Bär, Held dieser Geschichte, weiß nicht, wohin mit sich. Keiner seiner Freunde hat Zeit für ihn, und auch Mama Bär nicht.

Verloren trottete er umher.

Mal hierhin, mal dorthin.

Bis er genug von hierhin, dahin und dorthin hatte.

Was ein Glück. Der kleine Bär hat weder Fernsehen noch Spielkonsole und kann sich nicht damit die Zeit vertreiben (das Wort vertreiben müssen wir uns auf der Zunge zergehen lassen). Er lässt sich schließlich der Länge nach ins Gras plumpsen, liegt einfach nur da, seufzt vor sich hin. Eine lange Zeit geht das so. Und dann plötzlich spürt er, wie sich alles ändert.

Am Himmel zogen Wolken auf, und der kleine Bär begann, ihnen nachzuschauen.

Und er schaute – und schaute ...

... und plötzlich entdeckte er etwas.

Etwas ganz Besonderes. Direkt vor seiner Nase.

Der Gesichtsausdruck des kleinen Bären hat sich jetzt geändert. Er ist neugierig und aufmerksam geworden, hat die Welt der Dinge und Lebewesen um sich herum wie neu entdeckt, schnuppert am Maulwurfshügel, schaut den Vögeln im Flug zu.

Die Geschichte endet im Stil einer Fabel mit einer Lehre, die der kleine Bär aus all dem gezogen hat:

Und sollte dem kleinen Bären wieder einmal langweilig werden, dann weiß er ja, was er machen muss: Nichts, absolut gar nichts. Einfach nur abwarten, was geschieht.

Denn irgendetwas geschieht immer.

Henrike Wilsons Buch regt an zum Nachdenken über die eigenen Erfahrungen mit „öden Tagen“. Will ich das selbst auch einmal versuchen, abwarten, nichts tun, absolut nichts? Und dann schauen, was passiert?

Bilderbücher für unter Dreijährige (U3)

Hergane, Yvonne; Pieper, Christine,

Die Fünferbande, Wuppertal 2015

(Peter Hammer)

Yvonne Herganes Geschichte erzählt vom Streiten, vom Versöhnen und von gegenseitiger Hilfe bei der Lösung von Problemen.
Die Fünferbande ist eine kleine Gruppe lustiger Gesellen, mit dem Daumen Heinz (das ist die Nummer Eins), dem Zeigefinger Dodi, dem Mittelfinger Trops, dem Ringfinger Kim und dem kleinen Finger Pip. Zusammen laufen sie durchs Land - bis zu jenem Moment, an dem sie plötzlich fünf anderen Knirpsen gegenüberstehen. Jeder trifft auf einen Gegenmann, der ganz genauso aussieht wie er selbst. Da ist Ärger natürlich vorprogrammiert. So kommt es zu Rangeleien und Reibereien. Doch plötzlich fliegt ein Vogel über sie hinweg und kleckert sie alle voll. Wie bekommen sie das stinkende, eklige Zeug nur wieder weg? Die zehn Zankhähne erkennen mit einem Mal, dass sie einander brauchen - und zusammen auch viel mehr Spaß haben können.

Die Fünferbande ist ein witzig gereimtes und lustig illustriertes Bilderbuch für Kleinkinder ab etwa zwei Jahren. Die spannende Action-Geschichte kommt bei Kindern sicherlich gut an. Auf den Bildern sind zwar immer nur Hände mit Fingerpuppen abgebildet, aber Christiane Pieper hat ihre zappeligen Fingerpuppen mit witzigen Details und sprechender Mimik und Gestik ausgestattet.

Holzwarth, Werner; Strozyk, Theresa,

Mag ich! Gar nicht!, Leipzig 2015 (Klett Kinderbuch)
„Gibt's bei Omi sonntags Pute, zieht Sophie sofort ne Schnute.“ Aber zum Glück ist Hund Waldi da. „Die geb ich Waldi unterm Tisch, der frisst fast alles, außer Fisch“, sagt sich Sophie, die stattdessen besonders gerne Spinat und Obstsalat isst. Von Spinat wiederum bekommt ihre Freundin Louise die Krise. Und wieder darf Hund Waldi unterm Tisch zulangen. So setzt sich die episodische Erzählung fort. Immer verschmäht ein Kind die Leibspeise eines anderen und stets muss Waldi herhalten, was dieser auch gerne tut. Von Seite zu Seite rundet sich der Hundebauch. Bis, ja bis Therese auf der Stelle geräucherte Forelle will. Waldi schaut nur auf die Forelle, wird grün im Gesicht – und erbricht sämtliche Dinge, die er in sich hineingestopft hat.

In urkomischen Reimen präsentiert Werner Holzwarth Episoden über Essensvorlieben und –abneigungen. Ein Riesenspaß mit hohem Identifikationspotential für Kinder wie auch Erwachsene.

Die Sprache ist trotz ihres Alltagscharakters anspruchsvoll. Verben wie ächzen, grinsen, kreischen, sich winden werden nicht jedem Kind vertraut sein.

Theresa Strozyk illustriert das unterhaltsame Reimbilderbuch kindgerecht farbenfroh und zeitgemäß im Stil eines Comics. Die kleinen ProtagonistInnen sind authentisch, frech und so verschieden wie im echten Leben. Zunächst erheiternd, mit Fortschreiten der Geschichte aber auch bemitleidenswert ist Hund Waldi, der immer mehr einem Ballon ähnelt.

Mag ich! Gar nicht! ist ein schräg witziges Buch rund um die kindlichen Vorlieben und Abneigungen bei Tisch.

Lohf, Sabine; Hergane, Yvonne,

Sieh mal an, was der rote Faden kann,

Hildesheim 2015 (Gerstenberg)

Gerade Strecke... rollt sich... Schnecke! Keine Bange, nur eine Schlange, heißt es zwei Seiten weiter. Und dann: Von der Leine – klar, das ist der rote Faden – baumeln Beine. Unter anderem Hosenbeine. Was der rote Faden alles kann! Auf und zu! Schleife am Schuh! Und: Eine rote Acht leuchtet in der Nacht.
Das gereimte Pappbilderbuch steckt voller witziger und überraschender Einfälle. Der rote Faden ist einfach ein Tausendsassa. Und nach dem Zuklappen des Buches braucht es nur einen roten Faden und Phantasie, um eigene kleine Episoden zu erfinden.

Port, Moni,

Ein neuer Freund, Leipzig 2015

(Klett Kinderbuch)

Ein neues Monster-Abenteuer um die Themen Angst und Mut, Freunde finden, Verbotenes tun und vor allem Chaos stiften hat Moni Port mit diesem Buch vorgelegt.

Geheimnisvoll beginnt die Bilderbuchgeschichte. Auf der ersten Seite innen links sehen wir ein weißes Buchstabenband auf schwarzem Grund. Ratterratterratterratterratterratter steht da.

Schwarz ist auch die rechte Seite, aus der heraus uns zwei weiße Augen anschauen.
Wir blättern um. Zwei Kuscheltier-Monsterchen, Mutter und Kind, unterhalten sich über die Herkunft des ratterratter. Das Kind, neugierig, möchte nach der Lärmquelle forschen. „Aber mach leise“, wird es von der Mutter ermahnt. „Und geh nicht aus dem Zimmer!! Und kein Licht anmachen.

Was ist hier los?

Die nächste Doppelseite lässt uns in ein Kinderzimmer schauen. Oben auf einem Hochbett ein schlafender Junge. Und auf dem Boden ein Hamsterkäfig mit Hamsterrad und Hamster. Die Herkunft des ratterratter ist entdeckt. Monsterchen befreit Hamster Specki aus seinem Käfig. Zusammen machen sich die beiden auf eine Erkundung durch die nächtliche Wohnung. Ziemlich viel Unordnung richten sie bis zum Morgengrauen an. Dann ist Specki wieder in seinem Käfig und Monsterchen verwandelt sich wieder in ein Kuscheltier.

Was ist das für eine Riesensauerei im Flur?, will die Mutter des Jungen am Morgen wissen.

Die LeserInnen wissen zum Glück Bescheid. Sie könnten das Rätsel auflösen. Mehr zu wissen als die Beteiligten der Geschichte gehört mit zum Vergnügen an diesem Bilderbuch.

Tallec, Olivier,

Wer war's? Hildesheim 2015 (Gerstenberg)

Der Titel sagt bereits alles! Wer hat nicht genug geschlafen? Wer hat mit der Katze gespielt? Wer hat sich wehgetan? Auf jeder Seite neu präsentieren sich 10 wechselnde ProtagonistInnen. Der Text besteht aus der jeweiligen Frage und schon Jüngere können, sobald wir ihnen die Frage vorgelesen haben, auf Spurensuche gehen.

Wer hat große Angst? Wo versteckt sich die Lösung? Vielleicht fällt sie sofort ins Auge, vielleicht brauchen wir ein wenig länger, müssen ausdauernd eine Figur nach der anderen anschauen, bis wir auf die Lösung stoßen.

Olivier Tallecs Bilderbuch fasziniert schon durch sein ungewöhnliches Quer-Format, die Seiten werden von unten nach oben aufgeklappt. Der Hintergrund bleibt auf sämtlichen Seiten weiß, sodass die kindliche Konzentration auf die Figuren gelenkt wird. Die skizzenhaft gehaltenen Charaktere sind leuchtend bunt gefasst und erinnern mit ihren melonengroßen Köpfen an Cartoonfiguren. Sie sind es, die die Geschichten erzählen, sei es durch verräterische Marmeladenflecken im Fell, Kratzer im Gesicht oder hochrote Wangen und einen verklärten Blick.
Um die jeweilige Frage beantworten zu können, braucht es Welt- und Erfahrungswissen, Wer Marmelade isst, kann sich leicht bekleckern. Mit Katzen zu spielen kann rasch zu Schrammen und Kratzern führen. Und ob jemand Angst hat, kann man an seiner Mimik und Gestik ablesen. Wer die Rätsel lösen will, macht sich Gedanken und wie von allein entstehen kleine Geschichten im Kopf.

Die Suche nach Antworten auf das jeweilige Rätsel kann als Erzählanlass genutzt werden: Was ist hier passiert? Wer eine Lösung gefunden hat, kann leicht die dazugehörige Geschichte erzählen. Der Junge mit der Nummer 1 auf dem T-Shirt hat sich wehgetan. Er trägt einen Verband um die linke Hand. Ob er hingefallen ist? Vielleicht mit einem Skateboard?

Wer hat große Angst? Die zitternde kleine blaue Figur links oben im Bild? Oder vielleicht doch der Bär, der etwas zusammengekauert auf dem Stuhl sitzt? Die Lösungsseite hinten im Buch macht einen eindeutigen Vorschlag. Daran müssen wir uns aber nicht halten. Solange die BetrachterInnen Freude an phantasievollen und plausiblen Einfällen haben, hat jede Geschichte hat ihre Berechtigung.

Wer war’s ist für Jüngere ein anregender Bilderbogen mit aufregenden Erzählanlässen zu vertrauten Alltagsszenen.

Empfehlungen Bilderbücher 2014
Liebe Leserin, lieber Leser,

der Bilderbuchmarkt ist riesig geworden - und schnelllebig. Für die folgende Empfehlungsliste habe ich etwa 200 Bilderbücher gesichtet. Und das ist natürlich auch nur eine Auswahl und daher ist es unvermeidlich, wenn ich das eine oder andere gute Bilderbuch übersehen habe. Empfehlungslisten können nicht vollständig sein.
Und: Ich habe – bewusst subjektiv – nur das aufgenommen, was mich in 2014 beeindruckt hat. Für mich hat es jedes dieser Bilderbücher verdient, nicht so rasch der Schnelllebigkeit des Bilderbuchmarktes zum Opfer zu fallen.
Jochen Hering
Aakeson, Kim Fupz,

Erik und das Opa-Gespenst, Hildesheim 2014 (Gerstenberg)

Berner, Susanne Rotraut,

Alles gute zum Geburtstag, Karlchen, München 2014 (Hanser) (U3)

Blake, Stephanie,

Simon Superhase, Frankfurt 2014 (Moritz)

Balpe, Anne-Gaelle; Tharlet, Eve,

Der rote Faden, Bargteheide 2014 (Michael Neugebauer Edition)

Böll, Heinrich; Bravo, Emile,

Der kluge Fischer, München 2014 (Hanser)

Bonwill, Ann; Rickerty, Simon,

Mach mir doch nicht alles nach!, Mannheim 2014 (Sauerländer)
Bougaeva, Sonja,
Wie Frau B. so böse wurde, Zürich 2014 (atlantis)

Briére-Haquet, Alice; Barroux,
Mein erster Kuchen, München 2014 (Annette Betz Verlag)

Byrne, Richard,

Hilfe, dieses Buch hat mein Hund gefressen, Weinheim 2014 (beltz&gelberg).

Carle, Eric,

Freunde, Hildesheim 2014 (Gerstenberg) (U3)

Chmielewska, Iwona,

Ojemine, Langenhagen 2014 (Gimpel Verlag)

Cuvellier, Vincent & Badel, Ronan,

Ben ist heute unsichtbar, Oldenburg 2014 (Lappan) (U3)

Cuvellier, Vincent & Badel, Ronan,

Ben will heute einen Gips!, Oldenburg 2014 (Lappan) (U3)

Davies, Benji,

Nick und der Wal, Hamburg 2014 (Aladin)
De Kinder, Jan,
Tomatenrot oder Mobben macht traurig, Zürich 2014 (atlantis)

Dubuc, Marianne,

Der Löwe und der Vogel, Hamburg 2014 (Carlsen)

Enleking, Katrin,

Albatros Alarm, Hamburg 2014 (Aladin)

Escoffier, Michael; Maudet, Matthieu,

Bitte aufmachen!, Frankfurt 2014 (Moritz)

Flix,

Das Schlaf, Hamburg 2014 (aladin)

Freemann, Tor,

Olivia und die peinliche Mütze, Zürich 2014
(orell füssli)

George, Patrick,

Drinnen und draußen, Frankfurt 2014 (Moritz) (U3)
Hole, Stian,

Annas Himmel, München 2014 (Hanser)

Hula, Saskia; Muszynski, Eva,

Gilberts grausiges Getier, Hildesheim 2014 (Gerstenberg)

Kipling, Rudyard,

Die Entstehung der Gürteltiere, Wuppertal, 2014 (Hammer Verlag)

Könnecke, Ole,

Die Abenteuer von Lester und Bob, Hamburg 2014 (Aladin)

Kreitz, Isabel,

Häschen in der Grube. Hamburg 2014 (Aladin)

Loske, Judith,

Das rote Blatt. Rostock 2014 (Hinstorff Verlag)

McKee, David,

Sechs Männer, Zürich 2014 (NordSüd)

Merino,Gemma

Das wasserscheue Krokodil, Zürich, 3. Aufl. 2014 (NordSüd)
Meschenmoser, Sebastian,
Gordon und Tapir, Stuttgart 2014 (Thienemann-Esslinger)

Miyares, Daniel,
Verzeihung, Hamburg 2014 (ellermann)

Moroni Lisa; Erikson, Eva,

Vorsicht Krokodil, Frankfurt 2014 (Moritz)

Ondaatje, Griffin,

Die Tränen des Kamels, München 2014 (arsEdition)

Sakai, Komako,

Warte, warte, wo willst du hin? Frankfurt 2014 (Moritz) (U3)

Schamp, Tom,

1,2,3 zähl mit, München 2014 (Hanser)

Scheffler, Axel,

Pip und Posy sagen Gute Nacht, Hamburg 2014 (Carlsen) (U3)

Schomburg, Andrea & Pannen, Kai,

Klara schreibt mit blauer Tante, München 2014 (Tulipan)

Sif, Birgitta,

Frieda tanzt, Hamburg 2014 (Aladin)

Silei, Fabrizion,

Abseits. Berlin 2014 (Verlagshaus Jacoby&Stuart)

Snicket, Lemony & Klassen, Jon

Dunkel, Zürich 2014 (NordSüd)

Sommerset, Mark und Rowan,

Der Kirschbaumjunge, Hamburg 2014 (Carlsen)

Torseter, Oyvind

Das Loch. Hildesheim 2014 (Gerstenberg)
Tuckermann, Anja,

Alle da!, Leipzig 2014 (Klett Kinderbuch)

Vere, Ed,

Auch Monster müssen schlafen gehen, Mannheim 2014 (Sauerländer)

Walker, Anna,

Hilde, Oldenburg 2014 (Lappan Verlag) Willems, Mo,

Noch ein Knuffelhase, Hildesheim 2014
(Gerstenberg) (U3)
Empfehlenswerte Bilderbücher (Schwerpunkt: U3)

Die Welt im Bild. Sichtbar und geordnet

Die Bilder in diesen Bilderbüchern machen ihre BetrachterInnen erstmalig mit der Welt der Literatur bekannt. Sie sind sehr nah mit der Lebenswelt der Kinder verbunden. Einfache Gegenstände oder Tiere deer realen Welt werden abgebildet. Durch diese simplen Bilder können die Kinder sich herantasten an die Symbolhaftigkeit der Sprache – jedes Wort entspricht einem Bild in unseren Köpfen. In Piep, piep, piep“ von Soledad Bravi wird jedes Bild mit einem Ton/Geräusch verknüpft. Sprachlich für Jüngere anspruchsvoll sind Blau wie Pfau und Zitronengelb und feuerrot, Bilderbücher, die Kinder mit vergleichender poetischer Sprache vertraut machen.

Soledad Bravi,
Piep, Piep, Piep. Das Buch der Töne und Geräusche, Frankfurt, 5. Aufl. 2011 (Moritz).

Eric Carle,

Freunde, Hildesheim 2014 (Gerstenberg)

Patrick George,

Drinnen und drau0en. Gegensätze, Frankfurt 2014 (Moritz)

Kimiko,

Blau wie Pfau. Tiere, Bilder, Wörter, Frankfurt 2014 (Moritz).

Tanja Kirschner,

Erkennst du Tiere auch von hinten, Zürich 2005 (NordSüd).
Sabine Lohf,

Zitronengelb und Feuerrot. Das Buch der vielen Farben, Frankfurt 2013 (Moritz).

Rätsel- und Suchgeschichten

Für Kinder ist vieles in der Welt noch rätselhaft. Sie sind mit Rätseln vertraut und lösen gern Rätsel. Rätselbilderbücher erfreuen sich daher großer Beliebtheit.
Ralf Butschkow,

Da stimmt doch was nicht!, 3. Aufl. 2013, o.O. (Baumhaus).

Antje Damm,

Was ist das? Ein Spiel- und Ratebuch, Hildesheim, 3. Aufl. 2013 (Gerstenberg).

Judith Drews,

Das kleine Buch der großen Gefühle, München 2014 (arsEdition).

Guiodo van Genechten,

Wer sitzt oben und wer sitzt unten?, München 2013 (arsEdition)

Eva Scherbarth,

Sachen suchen, Ravensburg 1987 (Ravensburg)

Erste Geschichten

Erste klassische Vorlese-Bilderbücher beinhalten eine Geschichte mit einem traditionellen, klassischen Aufbau mit der Dreiteilung „Einleitung – Hauptteil/Höhepunkt (ggf. Wendepunkt) – Schluss“. Ein exemplarisches Beispiel dazu ist Helme Heines Hase mit der roten Nase. Mit diesen Bilderbüchern begegnen Kindern ersten literarischen Drehbüchern, werden zum Miterzählen und nacherzählen dieser Geschichten animiert, was durch Verse und Reime (wie bei Helme Heine, Jutta Bauer und Yvonne Hergane) unterstützt und erleichtert wird.

Jutta Bauer,

Steht im Wald ein kleines Haus, Frankfurt 2012 (Moritz).

Rotraut Susanne Berner

Gute Nacht, Karlchen!, München 2011 (Hanser).

Eric Carle,

Die kleine Spinne spinnt und schweigt, Hildesheim 1984 (Gerstenberg).

Vincent Cuvellier & Ronan Badel,

Ben ist heute unsichtbar, Oldenburg 2014 (Lappan)

Vincent Cuvellier & Ronan Badel,

Ben will heute einen Gips!, Oldenburg 2014 (Lappan)

Marianne Dubuc,

Meine kleine große Welt, Hamburg 2010 (Carlsen).

Michael Escoffier; Matthieu Maudet,

Zu Hilfe!!!, Frankfurt 2. Aufl. 2010. (Moritz).

Helme Heine,

Der Hase mit der roten Nase, Weinheim 2004. (Beltz).

Yvonne Hergane / Christiane Pieper,

Einer mehr, Wuppertal 2011 (Peter Hammer).

Coby Hol,

10 kleine Häuser, Zürich 2009. (Bajazzo).

Jadoul, Èmile,

Kuschelexpress, aus d. Franz. v. Anja Kootz, Hildesheim 2012 (Gerstenberg).

Christoph Loupy / Ève Tharlet,

Noch ein Kuss, Zürich 2005.
Rathmann, Peggy,

Gute Nacht, Gorilla, Frankfurt am Main 2006 (Moritz).

Komako Sakai / Nakawi Hatsue,

Warte, warte - wo willst du hin?, Frankfurt, 2. Aufl. 2014 (Moritz).

Axel Scheffler,

Pip und Posy sagen Gute Nacht, Hamburg 2014 (Carlsen)

Anna-Clara Tidholm,
Klopf an!, München 1999. (Hanser)

Mo Willems,

Noch ein Knuffelhase, Hildesheim 2014 (Gerstenberg)

Henrike Wilson,

Ich kann schon alles, sagt Lukas Löwe, München 2002 (Hanser, vergriffen).

Henrike Wilsons,

Ich war einmal abends ..., Hildesheim 2012 (Gerstenberg).

Yusuke Yonezu,

Was kann das sein – Süßigkeiten?, Bargteheide 2012 (michael neugebauer edition).

Yusuke Yonezu,

Was kann das sein – Blumen?, Bargteheide 2012 (michael neugebauer edition).

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